Mittwoch, 20. August 2008

Erster Messestand des Web Innovation Institute

Web Innovation Institute virtueller Messestand Expo IP

Nach sozialen und virtuellen Netzwerken jetzt das: eine virtuelle Messe, alles online! Was unternehmensintern bereits gang und gäbe ist, findet jetzt Eingang in die Vertriebs- und Marketingwelt: virtuelle Konferenzen.

Wir wurden eingeladen ein Webinar zum Thema "Social Media" zu halten und uns über den Messestand zu präsentieren (virtueller Expo IP-Stand des Web Innovation Institute).

barcamp Traunsee - 22.-23.08.

barcamp logo Traunsee


Am kommenden Freitag findet das aktuelle barcamp in Traunkirchen am Traunsee statt. Mit-Initiatorin Meral von digitalks stellt das Motto vor:
"Motto ist »social media review«, diesmal wollen wir social media tools & services zur Diskussion stellen, und mehrere Dienste & Angebote aus den unterschiedlichen Bereichen vergleichen, analysieren und bewerten. z.B. soup.io, lifestream.fm und friendfeed.com. Schlagt etwas vor und wir diskutieren’s."

Montag, 18. August 2008

Der Freund eines Freundes - Online-Advertising 2.0

Seit der Etablierung von Social Media wie Blogs, Microblogs (allen voran Twitter) oder abr Netzwerken a la Xing wissen wir, wer was in unserem Netzwerk gerade macht, was ihn beschäftigt. Das ist meistens interessant, oft aber auch reichlich Infomüll - Dinge, die man wirklich nicht wissen muss.
Ein neuer Dienst namens FriendFeed geht jetzt einen Schritt weiter: es werden nicht nur Ereignisse im unmittelbaren, sondern im erweiterten Netzwerk abgebildet. D.h. man erfährt hier, was der Freund eines Freundes gerade so macht (wenn er es denn mitteilt). Das sieht bei FriendFeed dann so aus:

FriendFeed Recommendation


Noch mehr Infomüll - entgegnen Kritiker. Aus Community-Gesichtspunkten ist das jedoch interessant:

1. der Freund eines Freundes erhält einen Vertrauensvorschuss und damit auch seine Informationen

2. man erfährt Dinge, die man normalerweise nicht erfahren hätte und gerade aufgrund des geteilten Lifestyle/Themas/Interesses spannend sein könnten

Das könnte wesentliche Auswirkungen auf das Thema Online-Advertising haben, wenn diese "Empfehlungsmodi" Schule machen. Im Kontext immer umfangreicherer Webdienste könnten FriendFeed & Co. ("life feed") gerade hier ein interessanter Beitrag zu Einfachheit und Informationsmanagement sein, wenn Nutzer zukünftig Augen und Ohren vor herkömmlichen Werbebotschaften verschließen.

Mehr zu FriendFeed im Basic Thinking Blog.

Montag, 11. August 2008

London Tube: Verspätungen via Twitter

"Is My Tube Late?" ist das neue Service der Londoner U-Bahnen. Hier kann man via Twitter aktuell erfahren, ob es bspw. aufgrund "schadhafter Züge" zu Verspätungen kommt. Das funktioniert für alle Linien aggregiert und auch für einzelne, z.B. die Bakerloo Line. Ein intelligenter Einsatz des Mediums:

1. Aktualität (= Nutzen)
2. Service / Differenzierung
3. Erreichbarkeit auf diesem Kanal

Man kann möglicherweise auch deponieren, ob man sich über Verspätungen ärgert. Ändern wird das vermutlich nichts, aber man hat wenigstens Dampf abgelassen.

Via mbites.

Freitag, 8. August 2008

Olympia ganz nah

Olympic Opening Ceremony Rings Beijing Stadium Eröffnungsfeier Peking Olympia Ringe
"oly11" by Candy Tian

Chinesische Glückszahlen bestimmen den Zeitpunkt der heutigen Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Peking und zugleich gehen Glücksgefühle durch die Blogosphere: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seine Regel Nr. 49 gelockert, welche Athleten in ihrer Kommunikationsfreude bisher massiv eingeschränkt hatte.
"Only those persons accredited as media may act as journalists, reporters or in any other
media capacity. Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games,
may any athlete, coach, official, press attaché or any other accredited participant act as
a journalist or in any other media capacity."

War bloggen doch als verbotene journalistische Tätigkeit angesehen worden und Sportler, welche sich aktiv und aktuell im Internet mitgeteilt hatten, konnten gar mit einem Entzug ihrer Akkreditierung bestraft werden.
Das IOC hat erkannt, dass der olympische Geist nicht mit Barrieren in der modernen Kommunikationswelt kompatibel ist und erlaubt nun den Olympioniken das Führen von Online-Tagebüchern und anderen Formen der digitalen Echtzeit-Kommunikation. Auch wenn die Öffnung des Regelkorsetts erst zaghaft erfolgt: zuviele „Blogging Guidelines“ (wie Verbot von Bild und Video aus nicht-öffentlich zugänglichen Bereichen) versuchen noch Reste des einstigen Informationsmonopol des IOC zu erhalten. Nur eine Frage der Zeit, bis auch hier völlige Transparenz selbstverständlich ist, meinen wir und freuen uns auf authentische Einblicke.

Montag, 4. August 2008

Verantwortung in die Organisation delegieren

Wenn Cisco-Chef John-Chambers ewas über neue Managertypen und Organisationsstrukturen sagt, dann solte man genauer hinhören. Auszüge aus dem Standard-Interview "Es geht nicht mehr um One-to-One-Beziehungen":
  • Verantwortung wird in die Tiefen der Organisation delegiert werden
  • Interaktion wird ohne Web-2.0-Technologien nicht möglich sein
  • Veränderung von "command and control" zu Athmosphäre der Kollaboration
  • 15 bis 20 Prozent des Cisco-Managements haben diese Veränderung nicht geschafft
  • Die nächste Managementgeneration wird intellektuell anregend, produktiver sein und sein Wissen einbringen
  • Experten-Suche und Verfügbarkeitsstatus eines Kontaktes sind wichtige Elemente
Die Entwicklung in Richtung Enterprise 2.0 stellt für Unternehmen tatsächlich eine große Herausforderung dar. Denn, gerade Konzerne werden immer noch vor dem Hintergrund nahezu militärisch geprägter Managementtechniken und dem Taylorismus geführt. D.h. für eine gewünschte Veränderung ist es unbedingt notwendig, dass
  • der Vorstand/die Geschäftsführung wirklich hinter dem Wandel steht
  • kleine, überschaubare Teams mit dem Einsatz von Web-2.0-Technologien beginnen
  • viel für den kulturellen Wandel getan wird - Changemanagement mit regelmäßiger, transparenter Kommunikation
  • die Mitarbeiter im Vordergrund stehen, die die Tools nutzen sollen
Was theoretisch anzustreben ist, wird in der Realität für viele Unternehmen nur in Teilen funktionieren. Die DNA eines Unternehmens ist ergänzbar, aber in ihrem Kern nur selten vollständig veränderbar. Um wieviel "Enterprise 2.0" lässt sich also vorhandener Taylorismus ergänzen? Können es sich Unternehmen noch leisten, diesen Weg der Veränderung nicht zu gehen?

Lesetipp: Wikinomics von Don Tapscott und Anthony D. Williams

Mittwoch, 2. Juli 2008

Schwierigkeiten mit dem Informationsmanagement

Der Einsatz sozialer Medien vereinfacht das Management von Informationen wesentlich. Hier ein charmanter Film zur Information R/evolution von Michael Wesch.

Dienstag, 1. Juli 2008

reboot10 - Follow Up

User Experience and Rubber Ducks, Eric Reiss

Eric Reiss von FatDUX hat dem Publikum nicht nur Fakten zum Thema User Experience, sondern auch sprichwörtlich "Dux" - Gummienten - an den Kopf geworfen.

reboot10 reboot Eric Reiss Ducks

Eric hat den roten Faden zur Kundenerfahrung v.a. am Beispiel von British Airways gestrickt. B.A.-Flüge sind bei ihm in 7 von 10 Fällen zu spät gekommen und er hat auf 3 von 12 Flügen sein Gepäck verloren; bzw. sein Koffer wurde sogar ziemlich lädiert wieder abgeliefert.

reboot10 reboot Eric Reiss Suitcase

Eric kommt zum Schluss:
"If you want it done right, do it yourself."
Kundenzufriedenheit kann man mit einem "Hockey Stick Model" darstellen. Laut Reiss tragen 90% eines Service zu Zufriedenheit und lediglich 10% zu Loyalität bei. Dies sind jedoch gerade jene, die eine echte Differenzierung ausmachen.

Customer Experience
hingegen lässt sich sehr gut mit den "Moments of Truth" abbilden, den Momenten der Wahrheit, wenn es beim Kunden ums Eingemachte, bspw. verlorenen Gepäckstücken, geht. Dabei werden auf der X-Achse wesentliche Servicemomente / Kundenkontaktpunkte aufgetragen und auf der Y-Achse der Grad der Zufriedenheit (+/-). Moments of Truth bei Andy Budd (S. 3).

Das Modell wurde von Jan Carlzon, ehemaliger CEO von der schwedischen Luftfahrtgesellschaft SAS, schon vor Jahren entwickelt. Der Charme liegt hier in der Einfachheit wesentliche Herausforderungen graphisch darzustellen. Die Kunst ist es, die richtigen Moments of Truth zu identifizieren! Das Modell kommt oft zum Einsatz, "nur nicht bei B.A." hält Eric fest. Sein Credo:

- Help
- Entrance
- Fix (the problem - for me and all the others)



"By the people, for the people" Dan Gilmore

Dan Gillmore hat nichts wesentlich Neues zu "Social Media" präsentiert. Der Wissenschaftler und Medienprofi hat eine journalistische und demokratisierende Perspektive zum Thema mitgebracht - "by the people, for the people" und vor allem einige interessante Cases:

TPM Muckcracker (ein ausgezeichnetes Blog zu Staat und ethischer Politik)

Fast Lane (Management) und FYI Blog (Mitarbeiter) von General Motors

Tunisian Prison Map

Bakersfield Pothole Map

Mit einfachen Mitteln werden hier wesentliche Informationen transparent gemacht, die Nutzen stiften.



reboot10 - Day one
reboot10 - a Consuming Exprience

Samstag, 28. Juni 2008

reboot10 - day one

Der viele Input aus den reboot-Vorträgen ist sehr bereichernd, nach 9 Sessions allein am 1. Tag ist dann aber der Kopf voll und man selbst sehr müde.

"Share your Shit!"
Tor Norretranders brachte es auf den Punkt: auch Informationen erfreuen sich heute, ähnlich der Nahrung, eines biologischen Kreislaufs. Ein Beispiel:

- Blogbeitrag schreiben
- Verlinken
- Indizierung von Google
- Lesen
- Weiterverarbeiten
- oder vergessen

Der bessere Content setzt sich durch, der Rest ist Abfall. Zwischendrin entstehen auf Basis des shit (Waste) des einen erfolgreiche, netzwerkbasierte Businessmodelle (Werbung auf Blogs, Google, etc.). Damit stimmt dann die Kausalkette:

- Share your Shit
- Waste is Food
- Ideas are Waste

Interessante Analogie.



Danach kam Howard Rheingold, der sich vor allem mit der Tragedy der Commons auseinandersetzte: dem Kampf aller um begrenzte Ressourcen. Informationstechnologien beheben inzwischen oft dieses Dilemma.
So nannte Rheingold die Suche nach Jim Gray, einem verunglückten Microsoft-Mitarbeiter, wo tausende dazu beitrugen ihn zu finden, nachdem die offizielle Suche bereits aufgegeben wurde.
Gleiches gilt für Open Source, wo weltweit "Armeen von Programmierern" gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Das gibt es sowohl für den Bereich wissenschaftlicher Innovationen - Innocentive - und auch kollektivem Design - Thinkcycle.
Der Versuch extra-terrestrische Signale in einem weltweiten Netz von Rechnern wird im distributed.net versucht

"Die Regeln von Kooperation zu verstehen, kann Entwicklung beschleunigen."


Besonders Spass gemacht hat Andy Budds Vortrag zu "Designing the User Experience Curve." Vor allem deshalb, weil er Offline-Beispiele brachte!
Beginnend mit einem Hotelaufenthalt, den er als outstanding empfunden hat (Wetteraussichten handgeschrieben neben Schokoladentafel auf dem Kissen) entwickelte er das Thema über den Apple-Store (integrative Produktpräsentation vs. Produktabteilungen) oder aber die Moo-Software zur Erstellung der derzeit hipen Visitenkarten. Die Dorset Cerealien-Packung ein guter Weg zur Differenzierung und eine Möglichkeit ein Preispremium zu verlangen. Das ermöglichen auch perfekte Umgebungen, bspw. bei Starbucks.

Seine 7 Prinzipien:

1. 1st Impression Counts
2. Attentive Service
3. Attention to Detail
4. Personalisation and Customization
5. Feedback
6. Make it Fun
7. Create the Perfect Environment



(Almost) Free Usability Testing
Pedro Custódio empfahl hier Tools wie Silverback und John Brookes Usability Quick Test von Serco Usability Services (SUS). Das Dokument existiert dort nicht mehr, dafür aber hier als .pdf.


Lee Brayant von Headshift sprach in seinem sensationellen Vortrag vom Immun-System der Organisation. Das ist die Kombination eines "good social networks with weak ties." D.h., je mehr Empathie ein Unternehmen (Mitarbeiter) seiner unmittelbaren Umwelt entgegenbringt (= Zuhören), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit Fehler zu vermeiden. Das allerdings geht nicht mit strengen Hierarchien und nur dann, wenn man die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützt - auch mit Technologien.


Die Frage ist: "How do we codify the values?"
"Humanizing the enterprise, trusting people, welcoming Generation Y."
Unternehmen werden sich anpassen müssen. Allein aufgrund demographischer Veränderungen, sprich weniger Kindern. Es ist erforderlich, dass Unternehmen ein Kommunikationsumfeld bieten, das zukünftige Mitarbeiter in ihrer Rolle als Konsumenten bereits gewohnt sind. Stichwort: Consumerization von Unternehmen.

reboot10 - a Consuming Experience
reboot10 - Follow Up


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