Archive for the ‘Kundenerfahrung’ Category

Wettbewerbsvorteil Internet - Portrait Best Buy

Wednesday, June 24th, 2009

Auf Best Buy bin ich zum ersten Mal in der 2007er Mai-Ausgabe des brand eins-Magazins aufmerksam geworden, im Artikel “Große Freiheit“. Best Buy ist die führende amerikanische Elektronikkaufhauskette, der Media Markt der Vereinigten Staaten.

Best Buy hat eine konsistente Kundenerfahrung über sämtliche Kommunikationskanäle geschaffen, insbesondere über das Internet. Dieser Entwicklung ist eine umfangreiche organisatorische Veränderung vorausgegangen, um das Unternehmen für die starken Marktveränderungen und neuen Möglichkeiten fit zu machen.

35 Prozent Produktivitätssteigerung

Seit 2003 wurde das Unternehmen organisatorisch und kulturell radikal verändert. Das Modell dafür heißt: “ROWE - Result Only Work Environment”. Man hat erkannt, dass Arbeits- und Privatleben zunehmend verschwimmen, gerade Wissensarbeiter mehr zeitliche Flexibilität benötigen, aber auch messbare, klare Ziele.

Jeder Mitarbeiter kann bei Best Buy selbst bestimmen wo und wie lange er arbeiten möchte, solange er seine Ziele erreicht. Dafür wurden sie mit professionellen Technologien ausgestattet (Mobiltelefone, Laptops, Speichermedien etc.), um ihre Tätigkeit auch unabhängig von einem fixen Arbeitsplatz auszuüben. Die Büros wurden teilweise aufgelöst, Termine finden zuweilen in Cafés oder bei den Mitarbeitern zuhause statt. Die zeitliche Flexibilität bedeutet mehr Verantwortung jedes einzelnen, die auch wahrgenommen wird. Ergebnis: laut eigenen Angaben stieg die Produktivität “in diesem Zeitraum im Schnitt um 35 Prozent”.

Best Buy - Infrastrukturen für Konsumenten

Das Unternehmen öffnet sich seinen Kunden und schafft Infrastruktur für den fortlaufenden aktiven Dialog mit seinen unterschiedlichen Konsumenten, die weit über eine normale Website hinausgehen:

  • Marken, Markenversprechen und Mitarbeiter erleben: I am Best Buy
  • Website für Jugendliche: @15
  • Blogs, Microblogs (Twitter) und Videokanal (YouTube)
  • Fragen an Mitarbeiter stellen: Ask A Blue Shirt
  • Kundenservice-Forum: Best Buy Community
  • News des hauseigenen, mobilen IT-Kundenservice, der Geek Squad (die als Agenten gekleidet sind und damit für reichlich Aufsehen gesorgt haben)
  • Ideenbörse für Verbesserungsvorschläge durch Konsumenten: Idea X
  • Best Buy Remix: Offene Programmierschnittstelle (API) mit Zugriff auf den vollständigen Produktkatalog inklusive aller Informationen. Ziel ist es, das Konsumenten mit den Daten neue Medieninhalte schaffen (”Mashup“) - und damit Best Buys Reichweiten und Absatzmöglichkeiten steigern.
  • Giftag - Wunschliste: Markieren, Speichern und Verschlagworten von Produktwünschen im Internet, die so zu einer persönlichen Wunschliste zusammengestellt und mit Dritten geteilt werden können.

Interne digitale Kommunikation als ein Erfolgsschlüssel

  • Das hauseigene Social Network für Mitarbeiter, der Blue Shirt Nation BSN): BSN Mix
  • Prognosemarkt für Mitarbeiter, um potentielle Produkt-Tops oder -Flops meßbar vorauszusagen: Best Buy TagTrade. Ein österreichisches Angebot gibt es von der bdf.
  • Wiki - “What I know is …”

Best Buy kauft Napster

Für 121 Millionen Dollar hat das Unternehmen im September 2008 Napster, den Online-Musik-Aboanbieter, übernommen. Ziel ist es, die Plattform für mobile Endgeräte fit zu machen und neue Umsatzströme neben dem Kerngeschäft aufzubauen. Der neue Hoffnungsträger des Elektronikriesen befindet sich im starken Wettbewerb mit Apples iTunes und Wal-Mart. Beide Unternehmen operieren bereits seit Jahren erfolgreich in diesem Markt.

Weiteres zum Thema



Veränderung, Vertrauen, Vernetzung

Friday, June 19th, 2009

Gestern hatte ich Gelegenheit rund 450 Unternehmern beim gelungenen Bregenzer Unternehmerfrühstück die aktuellen Veränderungen und Chancen durch das Internet zu präsentieren.

Die Ausführungen in Stichworten:

Veränderung

  • Verlagerung der Wertschöpfung ins Internet
  • “Long Tail”-Prinzip
  • Gaming überholt Musik, Nintendo überholt Toyota
  • Kollaborative Netzwerke - Wikipedia vs. Brockhaus
  • Internetnutzung überholt TV in 2010 in Europa

Vertrauen - ist eine Konstante, gerade in Zeiten des Wandels

  • Finanzmarkt- und Dot Com-Blase führen zu Mißtrauen
  • Vertrauen ist Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität
  • Mißtrauen führt zu Umatzverlusten
  • Eine Marke ist ein Versprechen
  • Obama - authentische Marke, Kommunikation und erfolgreicher Onlinewahlkampf (Top-Strategie und CRM-befähigt)

Vernetzung - Chancen

  • Jedes Unternehmen hat Freunde
  • Kommunikationshierarchien verschieben sich
  • Veränderungen durch das Internet: Tempo, Transparent, (der (Ton) und Teilhaben (lassen)
  • Gestern wie heute: der stationäre Schuhmacher vs. Zappos.com
  • Welchen Informationsquellen trauen Amerikaner?

Jetzt in Beziehungen investieren!

Danke an das Bregenzer Stadtmarketing für die Einladung.

Sony: Transparenz im Kundenservice

Monday, April 20th, 2009

Im Dezember 2008 habe ich einen Blog-Post zu Sony geschrieben: Sony-Kundenservice garantiert Odyssee Die damals aufgezeigten Probleme wurden - da muss man ein großes Lob aussprechen - persönlich vom Marketingleiter gelöst!

Offenbar kämpft man bei Sony jedoch weiterhin mit Service- und Garantiefragen: vergangene Woche - mehr als 1 Jahr später - machen 2 weitere Kunden ihrem Unmut im Blog Luft. Wie ich finde ein schönes Beispiel für die Transparenz über das Internet und ein offener Hilferuf der Kunden. Ich nehme einmal an, dass Sony bereits reagiert hat. Beobachtenswert.

Portrait: Edelwiser Ski - Der Kunde als Individuum

Thursday, April 16th, 2009

Edelwiser (#edelwiser) ist Hersteller grafisch individualisierbarer Qualitäts-Ski. Mit Hilfe eines Werkzeugkastens im Internet kann sich jeder die Oberfläche seiner eigenen Ski selbst gestalten. Mit diesem “Toolkit für User Innovation und Design” ist das Unternehmen österreichischer Pionier. Edelwiser ist Gewinner mehrerer Preise, wie dem österreichischen Multimedia- und eBusiness-Staatspreis, VOLVO SportsDesign Awards 2007 und war Nominee für den Designpreis der BRD 2008.

Kunden auf Augenhöhe begegnen
Edelwiser stellt den Kunden in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Sei es als Designer personalisierter Ski, als Innovatoren, als Autoren für das regelmäßig aufgelegte und mit jedem neu verkauften Paar Ski mitgelieferte Jahrbuch oder eben als Käufer mit dem Recht auf ein hochwertiges Produkt. Man begegnet ihnen auf Augenhöhe, sie sind Teil des Unternehmens. Was klingt, wie das nächstbeste Zitat aus der Social Media-Szene, findet bei Edelwiser seine erfolgreiche Anwendung in der Realität.

Kommunikationskanäle

Offline

  • Snow-Events/Skitest in Schigebieten- und hallen (organisiert über die Xing-Gruppe edelwiser friends)
  • Co-Created Yearbook (durch Kunden; jedem Paar Ski beigelegt)
  • Individualisierte Carving-Ski
  • Abholstationen für Ski
  • Ambassador-Programm (nur wer die Ski ausprobiert, weiß wovon er redet ;-)

Online

Individualität braucht eine Bühne

“Jeder Mensch hat seine individuelle Ausdrucksform, seinen persönlichen Stil und seine gestalterischen Ansätze”, sagt Erwin Werdenigg, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Nicola Werdenigg-Spieß gegründet hat. „Und jedes Individuum braucht eine Bühne in der Community.“ Aktives Community-Management (das Schaffen und Moderieren einer Verbrauchergemeinschaft) ist für Edelwiser daher logischer und zentraler Bestandteil nachhaltiger Kundenbeziehungen. Jeder verbindet insbesondere mit Skifahren etwas anderes. Für den einen ist es ein Nordhang mit knietiefen Pulverschnee, für den anderen Rennsport und für den dritten ein paar Schwünge auf einer schönen Piste, um danach im Liegestuhl die Sonne zu genießen. Alle haben eines gemeinsam: sie lieben Skifahren. Indem Edelwiser nicht seine Produkte und deren technischen Stärken in den Mittelpunkt spielt, sondern sich mit den individuellen Bedürfnissen und Erfahrungen ihrer Kunden auseinandersetzt, ist die Marke nicht mehr nur Skihersteller allein, sondern vielmehr Kristallisationspunkt für verschiedenartige Lebensgefühle.

Das Internet als einziges und logisches Interaktionsmittel

Dafür ist es notwendig entsprechende Interaktionsmittel einzusetzen, die die Kommunikation  authentisch und vertraut gestalten. Und die Erreichbarkeit vieler, zeit- und ortsunabhängig ermöglicht: das Internet. Es bedarf zunächst der mentalen Bereitschaft sich dem partizipativen Geist des Internets zu öffnen. Denn Online-Anwendungen haben es Konsumenten ermöglicht, ihre Stimme zu erheben, ihre Meinung zu Produkten kund zu tun, selber Ideen, Photos und Videos einfach und häufig gratis zu publizieren. Sie teilen (sich mit) und erhalten dafür Anerkennung, oftmals auch von Menschen, die sie nicht einmal persönlich kennen. Kurz: vorbei sind die Zeiten, wo man massenmedial Angebote verbreitet und seine Zielgruppe (Kunden/Menschen) auch so erreicht. Das Medium ist Teil des Erlebnisses und muss auch so behandelt werden.

Auf den Mix kommt es an und auf Vertrauen

Das erfordert den bewussten Umgang mit Kunden, in ihrem “digitalen Zuhause”, ihrer Szene, ihrer vertrauten Umgebung. Es gilt Kommunikationsmittel so abzustimmen, dass Konsumenten optimal erreicht werden und im besten Fall ein nachhaltiger Dialog mit der Marke und über die Marke entsteht. In der zunehmenden Komplexität von Informationen gibt es eine Konstante, die Konsumenten hilft sich zurechtzufinden: Vertrauen. Das kann nur entstehen, wenn das Preis-Leistungsverhältnis eines Produktes (bei Edelwiser sind es Ski) stimmt. Mit der Qualität und dem dafür gezahlten Preis zufriedene Kunden sind dann auch gerne bereit ein Produkt weiterzuempfehlen (Neudeutsch: Word-of-Mouth) und sich darüber mit Gleichgesinnten (anderen -auch potentiellen- Kunden) in einen Dialog begibt. Im besten Fall ist Edelwiser für seine Kunden Themenführer bzw. der Ort an dem man sich untereinander austauscht: von der Mitfahrgelegenheit zum Ski-Opening, über die besten Off-Piste-Hänge oder angesagte Skiorte.

Teilhaben lassen

Kunden werden Teil des Unternehmens und des Produktes. Sie können einen hochwertigen Ski selbst gestalten und werden in ihrer Kreativität, ihren Bedürfnissen ernst genommen. Sie schaffen damit ganz automatisch einen Beitrag zum Unternehmen. Jeder Käufer kann nicht zuletzt auch finanziell partizipieren: Bei einer Weiterempfehlung sammelt sowohl er als auch der neue Kunde Credits, welche den Kaufpreis der Ski reduzieren. Kunden werden mit Ihrer Gestaltungs- und Vertriebskraft also Teil des Unternehmens. Was philosophisch klingt, drückt sich in der Realität beispielsweise im Edelwiser Jahrbuch aus, das nahezu vollständig von engagierten Kunden geschrieben und gestaltet wird. Die persönlichen Empfindungen und Beiträge der Kunden schaffen so alternative Anknüpfungspunkte zur Marke im Kontext von Skifahren und Lebensgefühl.

Der Kunde wird zum Freund

Durch die offenen Kontaktdaten der Unternehmensgründer kann das Versprechen des direkten Dialogs zu den Käufern eingelöst werden. Fragen verpuffen nicht, sondern finden ehrliche Antworten; die Möglichkeit sich zu treffen, sich gar den Herstellungsprozess vor Ort anzusehen schafft eine zusätzliche Nähe. So verwundert es nicht, dass bei vielen Käufern eine emotionale Bindung zur Marke entsteht, die durch keine nur medial inszenierte Massenmarke erzielt werden kann. Aus Kunden werden Freunde von Edelwiser.

Edelwiser fasziniert auch Unternehmen

Nicht nur im b2c-Markt schreibt Edelwiser Geschichte. Unternehmen entdecken die Potentiale und ordern Business-Editionen von Skiern, oft eigenständige Designwerke und nicht bloße Logobretter.
In Zeiten von austauschbaren Merchandisingartikeln und immergleichen Events bietet Edelwiser zusätzlich zum unternehmensgebrandeten Ski massgeschneiderte Pakete an, bei denen ein „Erlebnis im Schnee“ organisiert wird – vom Hotelarrangement, über Skitouren bis hin zur Dokumentation in digitalen Bilderwelten. Auch diese Lösungen haben so wie die Skiprodukte einen Leitgedanken: Einzigartigkeit und Erleben von individuellen Freiheiten, keine Zwangsprogramme, sondern das Arrangieren eines Wohlfühlrahmens.

am 6. Mai live auf der

Zappos.com - einzigartiger Kundenservice und einzigartiges Wachstum

Friday, November 14th, 2008

Zappos (vom spanischen “Zapatos” - Schuhe) ist die durch’s Dorf getriebene Sau des E-Commerce und Customer Service. Das Unternehmen verkauft Schuhe online und das sehr erfolgreich, durch seinen exzellenten Kundenservice. Hatte man 2005 noch $ 370 Millionen Umsatz, so wurden für 2008 bereits $ 1 Milliarde anvisiert.

Zappos - Fakten

  • gegründet 1999
  • $ 840 Millionen - Umsatzprognose 2008
  • 7,5 Millionen Kunden (2,5% der US-Amerikaner)
  • 3,3 haben in den letzten 12 Monaten eingekauft
  • >75% Wiederkäufer
  • Wiederkäufer kaufen mehr: $ 143,22
  • Erstkunden kaufen für $ 111,98

Zappos - Gründe für den Erfolg

im Versandhandel

  • 24×7 Erreichbarkeit
  • Kostenloser Versand
  • Kostenlose Rücksendung
  • Rücksendung innerhalb von 365-Tagen

im Kundenservice

  • Konzentration auf den “Wow”-Effekt (Erstaunen der Kunden, dass man sich um sie kümmert)
  • Callcenter-Mitarbeiter sind die Könige
  • persönliche Note in den Gesprächen
  • kein Druckverkauf, keine Skripte
  • Einfache Regeln
  • Intensive Trainings
  • $ 1.000 Abfindung für Anfänger, die gehen wollen (um die wirklich motivierten Mitarbeiter zu behalten)
  • “Kulturbuch” - jeder Mitarbeiter kann etwas beisteuern

im Web

Mitarbeiterzufriedenheit, exzellente Kontaktpunkte (Web, Telefon), exzellente Prozesse und ein gutes Sortiment sorgen für eine einzigartige Kundenerfahrung und nachhaltige Kundenbeziehung. Authentische und transparente Kommunikation verschaffen dem Online-Händler ein Gesicht. Zappos wird das Portfolio um Bekleidung erweitern.

Tony Hsieh, CEO, hat in seiner Präsentation (s.u.) angekündigt: jeder bekommt unser Kulturbuch - E-Mail oder Anruf genügt. Gesagt, getan: E-Mail an Tony am 31.10., Lieferung des Buches (inkl. persönlicher Widmung) am 03.11. Wow.

Leider spürt auch Zappos Konsumrückgänge in den USA und verlautbarte vergangene Woche die Entlassung von 8% seiner Mitarbeiter. Das tut weh, besonders dann, wenn man viel in seine Mitarbeiter investiert.

Tipp: “Die Spass-Firma“, brand eins 11/2008



reboot10 - day one

Tuesday, July 1st, 2008

Der viele Input aus den reboot-Vorträgen ist sehr bereichernd, nach 9 Sessions allein am 1. Tag ist dann aber der Kopf voll und man selbst sehr müde.

“Share your Shit!”
Tor Norretranders brachte es auf den Punkt: auch Informationen erfreuen sich heute, ähnlich der Nahrung, eines biologischen Kreislaufs. Ein Beispiel:

  1. Blogbeitrag schreiben
  2. Verlinken
  3. Indizierung von Google
  4. Lesen
  5. Weiterverarbeiten
  6. … oder vergessen

Der bessere Content setzt sich durch, der Rest ist Abfall. Zwischendrin entstehen auf Basis des shit (Waste) des einen erfolgreiche, netzwerkbasierte Businessmodelle (Werbung auf Blogs, Google, etc.). Damit stimmt dann die Kausalkette:

  • Share your Shit
  • Waste is Food
  • Ideas are Waste

Interessante Analogie.

Danach kam Howard Rheingold, der sich vor allem mit der Tragedy der Commons auseinandersetzte: dem Kampf aller um begrenzte Ressourcen. Informationstechnologien beheben inzwischen oft dieses Dilemma.
So nannte Rheingold die Suche nach Jim Gray, einem verunglückten Microsoft-Mitarbeiter, wo tausende dazu beitrugen ihn zu finden, nachdem die offizielle Suche bereits aufgegeben wurde.
Gleiches gilt für Open Source, wo weltweit “Armeen von Programmierern” gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Das gibt es sowohl für den Bereich wissenschaftlicher Innovationen - Innocentive - und auch kollektivem Design - Thinkcycle.
Der Versuch extra-terrestrische Signale in einem weltweiten Netz von Rechnern wird im distributed.net versucht

“Die Regeln von Kooperation zu verstehen, kann Entwicklung beschleunigen.”

Besonders Spass gemacht hat Andy Budds Vortrag zu “Designing the User Experience Curve.” Vor allem deshalb, weil er Offline-Beispiele brachte!
Beginnend mit einem Hotelaufenthalt, den er als outstanding empfunden hat (Wetteraussichten handgeschrieben neben Schokoladentafel auf dem Kissen) entwickelte er das Thema über den Apple-Store (integrative Produktpräsentation vs. Produktabteilungen) oder aber die Moo-Software zur Erstellung der derzeit hipen Visitenkarten. Die Dorset Cerealien-Packung ein guter Weg zur Differenzierung und eine Möglichkeit ein Preispremium zu verlangen. Das ermöglichen auch perfekte Umgebungen, bspw. bei Starbucks.

Seine 7 Prinzipien:

  1. 1st Impression Counts
  2. Attentive Service
  3. Attention to Detail
  4. Personalisation and Customization
  5. Feedback
  6. Make it Fun
  7. Create the Perfect Environment

(Almost) Free Usability Testing
Pedro Custódio empfahl hier Tools wie Silverback und John Brookes Usability Quick Test von Serco Usability Services (SUS). Das Dokument existiert dort nicht mehr, dafür aber hier als .pdf.

Lee Brayant von Headshift sprach in seinem sensationellen Vortrag vom Immun-System der Organisation. Das ist die Kombination eines “good social networks with weak ties.” D.h., je mehr Empathie ein Unternehmen (Mitarbeiter) seiner unmittelbaren Umwelt entgegenbringt (= Zuhören), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit Fehler zu vermeiden. Das allerdings geht nicht mit strengen Hierarchien und nur dann, wenn man die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützt - auch mit Technologien.

Die Frage ist: “How do we codify the values?”

“Humanizing the enterprise, trusting people, welcoming Generation Y.”

Unternehmen werden sich anpassen müssen. Allein aufgrund demographischer Veränderungen, sprich weniger Kindern. Es ist erforderlich, dass Unternehmen ein Kommunikationsumfeld bieten, das zukünftige Mitarbeiter in ihrer Rolle als Konsumenten bereits gewohnt sind. Stichwort: Consumerization von Unternehmen.

reboot10 - a Consuming Experience
reboot10 - Follow Up

reboot10 - Follow Up

Tuesday, July 1st, 2008

User Experience and Rubber Ducks, Eric Reiss

Eric Reiss von FatDUX hat dem Publikum nicht nur Fakten zum Thema User Experience, sondern auch sprichwörtlich “Dux” - Gummienten - an den Kopf geworfen.

reboot10 reboot eric reiss ducks

Eric hat den roten Faden zur Kundenerfahrung v.a. am Beispiel von British Airways gestrickt. B.A.-Flüge sind bei ihm in 7 von 10 Fällen zu spät gekommen und er hat auf 3 von 12 Flügen sein Gepäck verloren; bzw. sein Koffer wurde sogar ziemlich lädiert wieder abgeliefert.

Eric kommt zum Schluss:

“If you want it done right, do it yourself.”

Kundenzufriedenheit kann man mit einem “Hockey Stick Model” darstellen. Laut Reiss tragen 90% eines Service zu Zufriedenheit und lediglich 10% zu Loyalität bei. Dies sind jedoch gerade jene, die eine echte Differenzierung ausmachen.

Customer Experience
hingegen lässt sich sehr gut mit den “Moments of Truth” abbilden, den Momenten der Wahrheit, wenn es beim Kunden ums Eingemachte, bspw. verlorenen Gepäckstücken, geht. Dabei werden auf der X-Achse wesentliche Servicemomente / Kundenkontaktpunkte aufgetragen und auf der Y-Achse der Grad der Zufriedenheit (+/-). Moments of Truth bei Andy Budd (S. 3).

Das Modell wurde von Jan Carlzon, ehemaliger CEO von der schwedischen Luftfahrtgesellschaft SAS, schon vor Jahren entwickelt. Der Charme liegt hier in der Einfachheit wesentliche Herausforderungen graphisch darzustellen. Die Kunst ist es, die richtigen Moments of Truth zu identifizieren! Das Modell kommt oft zum Einsatz, “nur nicht bei B.A.” hält Eric fest. Sein Credo:

  • Help
  • Entrance
  • Fix (the problem - for me and all the others)

“By the people, for the people” Dan Gilmore

Dan Gillmore hat nichts wesentlich Neues zu “Social Media” präsentiert. Der Wissenschaftler und Medienprofi hat eine journalistische und demokratisierende Perspektive zum Thema mitgebracht - “by the people, for the people” und vor allem einige interessante Cases:

Mit einfachen Mitteln werden hier wesentliche Informationen transparent gemacht, die Nutzen stiften.

reboot10 - Day one
reboot10 - a Consuming Exprience

Herausforderung Web 2.0 - die Angst vor Kritik

Monday, June 16th, 2008

Das Internet ist ein öffentlicher Raum, so auch seine Inhalte. Werbung bedeutet One-Way-Kommunikation. Wer das soziale Internet jedoch ernst nimmt, kommt um den Dialog nicht herum - und Kritik. Auch wenn sie keiner sehen hören will.

demonstration+gegen+vorratsdatenspeicherung

(Quelle: wiki.vorratsdatenspeicherung.de)

Die Angst vor dem geschriebenen Wort
Das bezieht sich vor allem auf Blogs, Foreneinträge und Kommentare. Wir sind eine Gesellschaft, in der Fehltritte eher angezeigt werden als Erfolge. Und Fehltritte sind weniger Wert. Wieviel Misserfolge zu einem Erfolg geführt haben, wird selten kommuniziert. Gerade die bieten aber eine große Chance, etwas zu lernen.

Wenn in Weblogs schlecht über ein Unternehmen geschrieben wird, dann wird häufig etwas daran sein. Das ist unangenehm, weil es jetzt (im “neuen” Web) JEDER lesen kann, meist für immer. Das heißt aber nicht, daß diese Kritik nicht zuvor schon am Stammtisch existierte oder gar öffentlich Protest auslöst. Nur haben Unternehmen nie davon erfahren - oder aber: nicht zugehört.

Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, die reihenweise Negativmeldungen verbreiten. Sie sind aber die Ausnahme. Eine institutionalisierte öffentliche Diskussion mit zu Unternehmen wird hier versucht: Get Satisfaction.

Get+Satisfaction+Logo

Eine Kultur der Geschlossenheit
Gerade Unternehmen mit strengen Hierarchien bzw. einem industriellen Wirtschaftsbild haben die größten Probleme offen mit Kritik umzugehen. Denn das kostet nicht nur Nerven, sondern auch Zeit und damit Ressourcen. Hier ist ein Umdenken erforderlich, um mit dem Kunden in Kontakt zu treten, denn: der ist nicht blöd.

Man erinnere sich dabei nur an die “Brent Spar” Bohrinsel, und den von Greenpeace erfolgreich angestoßenen Shell-Tankstellenboykott. Oder derzeit über das Netz verbreitete Proteste wie im Fall Nokia, Bochum. Gar nicht auszudenken, welches Ausmaß hier eine Facebook-Gruppe annehmen könnte.

Rolf+Spiess+Logo+Boykott+Nokia

(Logo von Rolff Spiess via Sierralog)

Dies ist Teil 3 der Serie “Werbung in sozialen Netzwerken.” Vorherige:

Teil 1: Werbung im Web 2.0 - die 7 Herausforderungen

Teil 1a: Werbung im Web 2.0 messen

Teil 2: User machen die Message

Veröffentlicht auf der DenkBloggAde am 02.03.2008

#next08

Monday, June 9th, 2008

Doppelkreuznext08. Das sind acht Zeichen, mit denen man Twitter-Nachrichten zur gleichnamigen Veranstaltung kennzeichnet. Twitter-Nachrichten sind “SMS in einem anderen Medium”(Blundstone Osterberger).

Teilnehmer der next08 schreiben ihre Kommentare online oder per SMS via Twitter und sorgen so für ein Live-Erlebnis, sei es in Kommentaren zu den Präsentationen oder einfach, um sich mit anderen einen Treffpunkt auszumachen. Dabei werden die entsprechenden Messages durch “#next08″ aus der gesamten Twitter-Sphere herausgefiltert und beispielweise auf einer Leinwand während der Präsentation angezeigt.

denkbloggade+twitter+messages+next08

Twitter hat Relevanz, nicht nur in seiner Community-Präsenz-Funktion, sondern gerade auch als Marketing-Werkzeug. Glauben Sie nicht? Dann geben sie o.g. Suchbegriff einmal “next08″ bei Google ein …

Veröffentlicht auf der DenkBloggAde am 16.05.2008

Das einfach-komplexe Interface

Monday, June 9th, 2008

Nicht nur Blogger kämpfen mit der Komplexität des Webs. Soll man doch - im Sinne des Longtails - möglichst viele Kanäle bedienen, um ausreichend präsent zu sein.

Auf der eigenen Site ermöglichen wir das Social Bookmarken, laden zum Skype-Chat ein, bilden die Twitter-Posts ab usw. Das ist gut so! Denn jeder hat seine ganz eigenen Vorlieben der Kommunikation. Einzig, das Interface leidet und man sehnt sich nach Einfachheit.

Von Eric Burke auf den Punkt gebracht sieht das so aus:

simplicity%2c+einfachheit%2c+interfaces

Gefunden bei Martin Kosers frogpond.

Veröffentlicht auf der DenkBloggAde am 29.04.2008