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In Berlin fällt auch die Medienmauer

Monday, November 9th, 2009

Vor 20 Jahren ist am 09.12.1989 in Berlin die Mauer zwischen Ost und West gefallen.

Dieses Ereignis wird mit einem großen Fest in Berlin gefeiert, an dem viele Politiker und vor allem viele Berliner und Berlin-Besucher teilnehmen und der historischen Ereignissen vor zwanzig Jahren gedenken, garniert mit showacts von Placido Domingo bis Bon Jovi, hinausgetragen in die Welt mit Live-TV- und Web-Berichterstattung.

Dieses „Fest der Freiheit“ vereint die Emotionen in einer symbolischen Schlüsselaktion, 1000 überdimensionale Dominosteine wurden von mehr als 15000 meist jugendlichen Mitwirkenden in der ganzen Welt bemalt und entlang des alten Mauerverlaufs zwischen Potsdamer Platz und dem Reichstag aufgestellt.

Diese „Domino Galerie“ lockte seit dem 07.11.2009 ins Herz Berlins und zeigte ein buntes Spektrum von Kreativität, von Symbolik und von Hoffnung.

Viele Dominosteine erinnern an die Mauern in der Welt, die noch nicht gefallen sind, und politische Persönlichkeiten wie Vaclav Havel, Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher haben die Patenschaft für sie übernommen.

Einer stach besonders aus der Menge: Dominopate „Mister Wong“ hat zusammen mit Facebook Gedanken zu 20 Jahren Mauerfall gesammelt und diesen einen Platz in der realen Welt gegeben.

Digitale und reale Welt wachsen wieder einmal kreativ zusammen.

Meinen Weg entlang der Domino Galerie und meine visuellen Eindrücke macht dank GPS-Track EveryTrail.com transparent:


Map your trip with EveryTrail

Und auf der „Berlin twitter Wall“ können Nutzer ihr virtuelles Textgraffiti hinterlassen…

Der französische Präsident Nikolas Sarkozy, der angefangen hat, verstärkt Social Media zur Steigerung seiner Bürgernähe zu nutzen, zeigt Zeitgeist und inszeniert seine Aktivität als „Mauerspecht“: gleich noch am 09.12.1989 sei er nach Berlin gereist und dokumentiert dies auch mit einem Foto auf seiner Facebook-Seite – allerdings scheint sein damaliger Terminkalender anderes anzudeuten und die Blogosphere redet schon von Sarkozys „Mauerfall-Legende”.

Photos via Photosynth (Achtung Silverlight muss installiert sein!):

Share Economy - next09

Thursday, May 14th, 2009

Zwei spannende Tage in Hamburg auf einer der wohl interessantesten Social Media Konferenz im deutschsprachigen Raum, der next09.

(von wahlwiener)

Next09 - day 1 - 05.05.2009

Jeff Jarvis, amerikanischer Bestsellerautor (What Would Google Do?) eröffnet mit seiner Keynote und stellt eine der Konferenzideen plakativ in den Raum:

The internet is not a media it is a connection machine.

Er postuliert neue Verhaltensregeln (New ethic):

  • Make mistakes well
  • Life is beta
  • Be honest
  • Be transparent
  • Collaborate
  • Don’t be evil

In der Abfolge der Redner ragt vor allem Matthias Schrader heraus (der Gründer von sinnerschrader, dem Konferenzorganisator) mit emotionalisierenden Bildern und bunten Metaphern: Seine Präsentation zu  “Bootstrapping: Use tools to build better tools” glänzt durch eine kreativ aufgebaute storyline - vom Faustkeil zur Laubsäge zum Autofertigungsroboter gehen seine Gedanken und lassen die Zuhörer schmunzeln.

Er unterscheidet:

  • Me-Produkte (dafür muss gezahlt werden)
  • I-Produkte (=Intellectual Tools) (sind frei)
  • Share-Produkte (me+I = frei)

Hinter jeder Revolution steht eine Technologie, die smart genutzt werden muss. Social Media hat eine solche massive Medienveränderung ausgelöst. In der „share tool world“ ist das wichtigste Verhalten das Kreieren. Willkommen in der Share Economy.

Next09 - 06.05.2009 - day2

Brian Solis (Futureworks) - Social Economy -  emotionalisiert mit seinem Beitrag besonders stark: The human network.

Er redet von der „statusphere“ und den Mechanismen, welche Social Media Tools gepusht haben und uns nun beginnen zu verwirren, oder gar zu langweilen.

Was ist wirklich wichtig in den Communities:

It doesn’t matter how many followers you have on twitter.

It’s not a beauty contest.

We are building a community around us AS INDIVIDUALS.

It’s all about YOU.

Er zeigt die Bedeutung von  Engagement Traits in Social Network auf und fragt: “What inspires you?“

In the web: we lose touch, why we are there

Und weitere Inspirationen en masse:

Steve Rubel (the power of pull - how to become digitally discoverable) ist genauso präsent (the Power of Pull - how to become digitally discoverable) wie Matthias Lüfkens (World Economic Forum). Christiane Strasse von projektwerk hinterfragt, macht uns die Share Economy immer ähnlicher oder unterschiedlicher (ppt)?

Andreas Unger schenkt dazwischen immer wieder seinen massgeschneiderten Tee aus (”allmyTea” - I want to tea myself!)

Und am Nachmittag finden Erwin Werdenigg (Edelwiser) und ich eine interessierte Zuhörerzahl zum Thema: Edelwiser: Co-Creation and Off-/Online Community Management for Sustainable Customer Relationships

Die next – have a look on 2010 – sehr zu empfehlen.

Portrait: Edelwiser Ski - Der Kunde als Individuum

Thursday, April 16th, 2009

Edelwiser (#edelwiser) ist Hersteller grafisch individualisierbarer Qualitäts-Ski. Mit Hilfe eines Werkzeugkastens im Internet kann sich jeder die Oberfläche seiner eigenen Ski selbst gestalten. Mit diesem “Toolkit für User Innovation und Design” ist das Unternehmen österreichischer Pionier. Edelwiser ist Gewinner mehrerer Preise, wie dem österreichischen Multimedia- und eBusiness-Staatspreis, VOLVO SportsDesign Awards 2007 und war Nominee für den Designpreis der BRD 2008.

Kunden auf Augenhöhe begegnen
Edelwiser stellt den Kunden in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Sei es als Designer personalisierter Ski, als Innovatoren, als Autoren für das regelmäßig aufgelegte und mit jedem neu verkauften Paar Ski mitgelieferte Jahrbuch oder eben als Käufer mit dem Recht auf ein hochwertiges Produkt. Man begegnet ihnen auf Augenhöhe, sie sind Teil des Unternehmens. Was klingt, wie das nächstbeste Zitat aus der Social Media-Szene, findet bei Edelwiser seine erfolgreiche Anwendung in der Realität.

Kommunikationskanäle

Offline

  • Snow-Events/Skitest in Schigebieten- und hallen (organisiert über die Xing-Gruppe edelwiser friends)
  • Co-Created Yearbook (durch Kunden; jedem Paar Ski beigelegt)
  • Individualisierte Carving-Ski
  • Abholstationen für Ski
  • Ambassador-Programm (nur wer die Ski ausprobiert, weiß wovon er redet ;-)

Online

Individualität braucht eine Bühne

“Jeder Mensch hat seine individuelle Ausdrucksform, seinen persönlichen Stil und seine gestalterischen Ansätze”, sagt Erwin Werdenigg, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Nicola Werdenigg-Spieß gegründet hat. „Und jedes Individuum braucht eine Bühne in der Community.“ Aktives Community-Management (das Schaffen und Moderieren einer Verbrauchergemeinschaft) ist für Edelwiser daher logischer und zentraler Bestandteil nachhaltiger Kundenbeziehungen. Jeder verbindet insbesondere mit Skifahren etwas anderes. Für den einen ist es ein Nordhang mit knietiefen Pulverschnee, für den anderen Rennsport und für den dritten ein paar Schwünge auf einer schönen Piste, um danach im Liegestuhl die Sonne zu genießen. Alle haben eines gemeinsam: sie lieben Skifahren. Indem Edelwiser nicht seine Produkte und deren technischen Stärken in den Mittelpunkt spielt, sondern sich mit den individuellen Bedürfnissen und Erfahrungen ihrer Kunden auseinandersetzt, ist die Marke nicht mehr nur Skihersteller allein, sondern vielmehr Kristallisationspunkt für verschiedenartige Lebensgefühle.

Das Internet als einziges und logisches Interaktionsmittel

Dafür ist es notwendig entsprechende Interaktionsmittel einzusetzen, die die Kommunikation  authentisch und vertraut gestalten. Und die Erreichbarkeit vieler, zeit- und ortsunabhängig ermöglicht: das Internet. Es bedarf zunächst der mentalen Bereitschaft sich dem partizipativen Geist des Internets zu öffnen. Denn Online-Anwendungen haben es Konsumenten ermöglicht, ihre Stimme zu erheben, ihre Meinung zu Produkten kund zu tun, selber Ideen, Photos und Videos einfach und häufig gratis zu publizieren. Sie teilen (sich mit) und erhalten dafür Anerkennung, oftmals auch von Menschen, die sie nicht einmal persönlich kennen. Kurz: vorbei sind die Zeiten, wo man massenmedial Angebote verbreitet und seine Zielgruppe (Kunden/Menschen) auch so erreicht. Das Medium ist Teil des Erlebnisses und muss auch so behandelt werden.

Auf den Mix kommt es an und auf Vertrauen

Das erfordert den bewussten Umgang mit Kunden, in ihrem “digitalen Zuhause”, ihrer Szene, ihrer vertrauten Umgebung. Es gilt Kommunikationsmittel so abzustimmen, dass Konsumenten optimal erreicht werden und im besten Fall ein nachhaltiger Dialog mit der Marke und über die Marke entsteht. In der zunehmenden Komplexität von Informationen gibt es eine Konstante, die Konsumenten hilft sich zurechtzufinden: Vertrauen. Das kann nur entstehen, wenn das Preis-Leistungsverhältnis eines Produktes (bei Edelwiser sind es Ski) stimmt. Mit der Qualität und dem dafür gezahlten Preis zufriedene Kunden sind dann auch gerne bereit ein Produkt weiterzuempfehlen (Neudeutsch: Word-of-Mouth) und sich darüber mit Gleichgesinnten (anderen -auch potentiellen- Kunden) in einen Dialog begibt. Im besten Fall ist Edelwiser für seine Kunden Themenführer bzw. der Ort an dem man sich untereinander austauscht: von der Mitfahrgelegenheit zum Ski-Opening, über die besten Off-Piste-Hänge oder angesagte Skiorte.

Teilhaben lassen

Kunden werden Teil des Unternehmens und des Produktes. Sie können einen hochwertigen Ski selbst gestalten und werden in ihrer Kreativität, ihren Bedürfnissen ernst genommen. Sie schaffen damit ganz automatisch einen Beitrag zum Unternehmen. Jeder Käufer kann nicht zuletzt auch finanziell partizipieren: Bei einer Weiterempfehlung sammelt sowohl er als auch der neue Kunde Credits, welche den Kaufpreis der Ski reduzieren. Kunden werden mit Ihrer Gestaltungs- und Vertriebskraft also Teil des Unternehmens. Was philosophisch klingt, drückt sich in der Realität beispielsweise im Edelwiser Jahrbuch aus, das nahezu vollständig von engagierten Kunden geschrieben und gestaltet wird. Die persönlichen Empfindungen und Beiträge der Kunden schaffen so alternative Anknüpfungspunkte zur Marke im Kontext von Skifahren und Lebensgefühl.

Der Kunde wird zum Freund

Durch die offenen Kontaktdaten der Unternehmensgründer kann das Versprechen des direkten Dialogs zu den Käufern eingelöst werden. Fragen verpuffen nicht, sondern finden ehrliche Antworten; die Möglichkeit sich zu treffen, sich gar den Herstellungsprozess vor Ort anzusehen schafft eine zusätzliche Nähe. So verwundert es nicht, dass bei vielen Käufern eine emotionale Bindung zur Marke entsteht, die durch keine nur medial inszenierte Massenmarke erzielt werden kann. Aus Kunden werden Freunde von Edelwiser.

Edelwiser fasziniert auch Unternehmen

Nicht nur im b2c-Markt schreibt Edelwiser Geschichte. Unternehmen entdecken die Potentiale und ordern Business-Editionen von Skiern, oft eigenständige Designwerke und nicht bloße Logobretter.
In Zeiten von austauschbaren Merchandisingartikeln und immergleichen Events bietet Edelwiser zusätzlich zum unternehmensgebrandeten Ski massgeschneiderte Pakete an, bei denen ein „Erlebnis im Schnee“ organisiert wird – vom Hotelarrangement, über Skitouren bis hin zur Dokumentation in digitalen Bilderwelten. Auch diese Lösungen haben so wie die Skiprodukte einen Leitgedanken: Einzigartigkeit und Erleben von individuellen Freiheiten, keine Zwangsprogramme, sondern das Arrangieren eines Wohlfühlrahmens.

am 6. Mai live auf der

Erfolg durch Transparenz: Frank Roebers (Synaxon AG) zu Gast in Linz

Thursday, April 9th, 2009

Frank Roebers, Vorstand der Synaxon AG, berichtet am 23. April am Linzer Airport über seine Erfahrungen mit Wikis und Transparenz im Unternehmen. Die Synaxon AG kann dabei als Vorbild für viele andere Firmen gelten. Das brand eins-Magazin hat bereits vor 2 Jahren in einem Beitrag (”Die Gläserne Firma“) die erfolgreiche Wiki-Einführung bei Synaxon vorgestellt.

Ich bin bereits auf das persönliche Kennenlernen und seinen Vortrag sehr gespannt und freue mich auf das Event “Wikis, Blogs und Social Networks” mit Telekom Austria und dem Public Relations Verband Austria (PRVA).

Vortragende sind Frank Roebers, Wolfgang Lehner (Telekom Austria) und ich. Moderation: Gerlinde Beninger (Leiterin PRVA).

Teilnehmer sind herzlich willkommen (begrenzte Teilnehmerzahl)! Zur Anmeldung.

Einladung


CRM 2.0 -Return on Invest interaktives CRM

Friday, April 3rd, 2009

CRM, Abkürzung für Customer Relationship Management. Gerne wird das “R”, die Beziehung vergessen und doch ist sie so wichtig. Der Kunde im Mittelpunkt, oft als nacktes Datenmaterial, versteckt in Systemen. Ohne Frage, gerade die professionelle Datenanalyse (valider Daten) und die daraus abgeleiteten  Initiativen, am besten regelmäßig, bringen Mehrumsätze. Denn: vielen Kunden muss man sagen, was sie wollen.

Aber, seinen Kunden wirklich verstehen, ihre Motivationen und Bedürfnisse zu kennen, kommt noch etwas zu kurz.

CRM-Verantwortliche (ist es nicht Rolle des gesamten Unternehmens?) haben dazu gelernt und erkennen inzwischen die Bedeutung von Blogs, Foren, Bewertungen usw. Ein Teil der Menschen gibt nur zu gerne preis, was sie bewegt, wie sie eine Marke, ein Produkt, einen Service finden und empfinden. Die Mühe, seine Ohren ans Internet zu legen (zuhören) und eine authentische Kommunikation zum Kunden aufzubauen ist für Unternehmen wichtiger denn je. Kurz: den Menschen in den Mittelpunkt seiner Überlegungen zu stellen und nicht mehr als Zielgruppe allein betrachten. Coolhunting kann dabei helfen.

Twitter-Stream zur Jahrestagung.
Das Credo der diesjährigen 10. CRM Jahrestagung in Stegersbach: Datenanalyse-Hausaufgaben zuerst, dann Kunden zuhören. Oder besser vise versa?

Zum Schluss, meine Vortragsfolien:
Return on Invest: interaktives CRM (2.0)

  • Kostengünstige Werbe- und Aufmerksamkeitseffekte
  • Kostenverringerung im Kundenservice
  • Steigerung von Loyalität
  • Bessere qualitative Marktforschung
  • Effektive Forschung und Entwicklung (Ressource: Kunde)
  • Innovation (mit Kunden – für Produkte, Prozesse, Services)


WAZ kündigt dpa. Qualitative Informationen auch aus dem Internet.

Friday, January 16th, 2009

Seit dem 1. Januar 2009 wird die WAZ-Gruppe - “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” und auch sein Online-Portal DerWesten nicht mehr mit dpa-Meldungen beliefert (”Deutsche Presse-Agentur”). Der Vertrag ist mit Ende 2008 ausgelaufen und wurde nicht verlängert.

Gute Inhalte frei verfügbar im Internet

Laut Chefredakteur Ulrich Reiz werde man jedoch auch weiterhin Agentur-Meldungen beziehen - von alternativen Anbietern. Unter anderem der “Agence France Presse” - AFP. AFP wird vom französischen Staat subventiioniert und kann gegenüber dem Konkurrenten dpa günstiger Anbieten. Darüber hinaus bekomme man gute Inhalte frei verfügbar im Internet. Qualitativ hochwertige journalistische Arbeit könne und werde dadurch jedoch nicht ersetzt.

Nutzer schaffen Nachrichten

Eine Frage wirft sich auf: wenn alles im Internet gratis wird, woher kommen dann noch qualitativ hochwertige Inhalte? Abgesehen von den etablierten Agenturen tatsächlich auch von Bloggern. Sie schaffen sogenannte User Generated Contents. Oftmals sind sie näher am Geschehen und vor allem mit ihren Informationen schneller als andere Newskanäle, wie allein die heutige tragische Flugzeug-Notlandung vor Manhatten zeigt: laut turi2.de befand sich iPhone-Nutzer Janis Krums auf einer zu Hilfe eilenden Hudson-Fähre, machte ein Photo und sendete es via Twitter auf TwitPic. Nutzer schaffen Nachrichten.

Quelle: jkrums, twitpic

Ein konsequenter Schritt

Das Internet verändert insbesondere die Medienbranche massiv und stellt etablierte Geschäftsmodelle massiv in Frage. Die WAZ-Gruppe verzichtet nicht auf Agenturmeldungen und ergänzt ihr Nachrichtenportfolio mit Inhalten aus neuen Kanälen - offline und online. Sie macht einen konsequenten Schritt nach vorne, um weiterhin kompetenter Absender von Nachrichten zu sein und stärkt damit nachhaltig ihre Marke. Wie dpa auf die Marktveränderungen reagieren wird bleibt abzuwarten.

Keine Werbung stört Spieler

Tuesday, January 13th, 2009

Wie bitte? Sie haben richtig gehört! Das sagte Eberhard Dürrschmid, CEO von Greentube, dem führenden Entwickler und Anbieter von Gaming-Lösungen, beim gestrigen Event des Marketing Club Österreich.

Dürrschmid gründete mit Partnern das Wiener Unternehmen 1997. Greentube hat sich seither rasant entwickelt: allein im Geschäftsjahr 2007/2008 wuchs der Umsatz um 50% auf etwa 7 Millionen Euro. Die Wachstumserwartungen für 2009 liegen ebenfalls im zweistelligen Bereich.

Quelle: Personal Computer Club Perwang

Erfolggeschichte “Ski Challenge”

Das erfolgreichste Produkt von Greentube ist die “Ski Challenge.” Das 2005 aus der Taufe gehobene Spiel ist die erste weltweite virtuelle Ski-Weltmeisterschaft. 2008 wurden beeindruckende Zahlen erreicht:

  • 5,8 Millionen Downloads
  • 350 Millionen Sessions
  • 17,5 Milliarden Ad Impressions (in nur 3 Monaten)

Breitensport und jüngere Zielgruppe

Werbepartner können innerhalb der Ski Challenge Werbung schalten, wie auch bei realen Skirennen. Lediglich mit einer etwas jüngeren Altersgruppe als im TV:

  • Durchschnittsalter: 25 Jahre
  • Pro-Spieler: 14 bis 20 Jahre

Jugendliche “Pros” spielen durchschnittlich 5 Stunden täglich, um es unter die besten zu schaffen. Dennoch wird das Spiel gerne von Büro-Teams angenommen: Spaß und Wettkampf mit anderen stehen im Vordergrund.

In Game Advertising schafft Realitätsnähe
Werbung ist nicht nur wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells - die Ski Challenge ist kostenlos - sondern auch “wichtig für die Realitätsnähe des Spiels”, so Dürrschmid. Spieler sind bei realen Sportveranstaltungen jahrelang bereits an Sponsoren-Engagements gewöhnt worden und vermissen Werbung im Spiel sogar. Sie gibt dem Spiel den letzten Schliff zu einem echten Sportevent.

User Generated Content äußerst wichtig
Die Identifikation mit dem Spiel ist extrem hoch (siehe Video). Und so sind insbesondere virtuelle Gemeinschaften (Communities) ein wesentlicher Bestandteil dieses einzigartigen  Konzepts. So bekommen Spieler im Downloadpaket gleich Werkzeuge für Live-Video-Mitschnitte und -Aufzeichnungen mitgeliefert, die einfach über HDTV/TV, das Web oder über mobile Endgeräte abgespielt und verbreitet werden können. Für Spieler generiert das Anerkennung im Freundeskreis, für Sponsoren nachhaltige, crossmediale Aufmerksamkeit durch eine enorme Verbreitung für das Spiel und ihr Engagement; neben der klassischen TV-Berichterstattung.

Hohe Identifikation eines kroatischen Teams

Mehr Videos/User Generated Content der “Ski Challenge” auf YouTube und Sevenload.

5,8 Millionen Downloads, Hundertausende Videoaufrufe bei YouTube und Co., effiziente und crossmediale Werbemöglichkeiten sowie langjährige Sponsoringpartnerschaften sprechen für ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell mit enger Bindung zur Zielgruppe. Chapeau!



Verändertes Interaktions- und Konsumverhalten der “Generation Virtual”

Wednesday, January 7th, 2009

Im vergangenen Jahr hat das internationale Marktforschungsinstitut Gartner eine Typologisierung der “Generation Virtual” veröffentlicht: sie wird im Wesentlichen auf Basis ihrer Technologienutzung und nicht (mehr) nach ihrer Demographie segmentiert.

Allein diese Betrachtung zeigt einen neuen Blickwinkel auf das veränderte Interaktions- und Konsumverhalten einer Generation, die mit dem Internet aufgewächst: Hochgradig vernetzt und ausgestattet mit persönlichen Publikationswerkzeugen wie Blogs oder als Rezensent einer Bewertungsplattform nehmen Konsumenten heute eine aktivere Rolle ein als noch vor ein paar Jahren.

Einzigartige Werte mit dem Kunden gemeinsam schaffen

Transparenz und Authentizität, auch von Marken, stehen im Vordergrund. Und das ist, was Marketing-Entscheidern so viel Bauchschmerzen bereitet: Kommunikations- und Werbebotschaften werden von Nutzern im Netz zuweilen gefiltert, verändert oder sogar entlarvt. Im Web 2.0 gilt es Lead-User einzubinden und damit nicht nur die Botschaft sondern auch gleich das ganze Produkt von ihm mitgestalten zu lassen.

So hat Lego, der dänische Kunststoffproduzent schon vor Jahren, eine virtuelle Werkstatt namens “Factory” eröffnet. Darin können Kunden eigene Kreationen aus Lego-Steinen virtuell erstellen, veröffentlichen oder gleich bestellen. Das Unternehmen hat hier seinen eigenen Innovationsraum für echte Fans geschaffen und ist äußerst zufrieden mit diesem Erfolg.

Auch Starbucks, Erfinder des personaliserten Kaffees, macht sich die Kreativität seiner Kunden zunutze und lässt sie auf einer eigenen Plattform neue Ideen für Starbucks entwickeln. Aktuell finden sich hier rund 50.000 Diskussionsbeiträge zu möglichen Produkten, Services und natürlich Wünschen zu Preisnachlässen, Tendenz steigend.

Marken gehen Beziehungen ein

Einige Markenartikler habe den Wert dialogorientierter Kommunikation erkannt und versuchen ihre Kunden dort zu erreichen, wo sie sind: online. Victoria’s Secret setzt mit seiner Marke PINK schon lange auf neue Kommunikationskanäle. Mit über 210.000 Freunden und knapp 10.000 Kommentaren auf ihrer MySpace-Präsenz VSPink ist das Unternehmen ein Vorreiter.

Dass das nicht nur bei jungen Zielgruppen funktioniert zeit Ferrero. Mit seinem Produkt Rocher hat Ferrero den Schritt in Facebook gewagt und freut sich aktuell über knapp 1,1 Million Fans, die hier mit der Marke erreicht werden. Auf einer Hamburger Konferenz im Frühjahr 2008 gab sich Guillaume du Gardier, New Media-Manager von Ferrero Frankreich, überzeugt: “das Brand-Management muss mit dem Kunden verlinkt werden.”

Auch Langnese konnte mit seiner StudiVZ-Kampagne “Nogger Choc Vermisser” bei über 16.000 Nutzern punkten. Sie haben mit dazu beigetragen, dass das Produkt wieder aufgelegt wurde.

Mehr Beispiele Social Network Marketing.

Partizipation verbessert den Page Rank

Je mehr Links auf eine Seite verweisen (und umgekehrt), desto höher ist die Popularität der Seite. Aufgrund dieser Logik hat Google den Page Rank-Algorithmus entwickelt und eines der erfolgreichsten Geschäftsmodelle der Welt. Am Anfang steht der Link und damit die Grundlage dessen, was man als partizipatives Netz bezeichnet: Nutzer produzieren, gestalten und verlinken. Konsumenten bekommen so endgültig eine wesentliche Stimme in der Kommunikation. Sie können selbständig Einfluss auf die Popularität einer Seite nehmen. Zusammen genommen mit Bewertungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei Amazon, erhalten Konsumenten mächtige Werkzeuge, die den Marketing-Mix nachhaltig verändern werden.

Das Web 2.0 ist kein Hype, sondern vielmehr eine logische Entwicklung der Informationsgesellschaft.


About - Über

Monday, June 23rd, 2008

Die Hermanngasse

Hermanngasse ist das Blog der Web Innovation Lab GmbH, einem Unternehmen von Oliver Nitz und Paul Blazek. In der Hermanngasse veröffentlichen wir unsere Gedanken zu innovativen Ideen in digitalen Medien, Social Media, Potentialen von Web 2.0, Marketing im Internet und Mass Customization.

Web Innovation Lab

Das Web Innovation Lab begleitet Unternehmen bei der Analyse, Konzeption und Umsetzung von Marketing-, Wissens- und Innovationsvorhaben über digitale Medien.

Das Web Innovation Lab führt Unternehmen in die Welt der dialogorientierten Kommunikation. Ein Expertenteam erstellt zielgerichtete, interaktive Web-Konzepte, um Marken und Kundenbeziehungen zu stärken und Unternehmen nachhaltig erfolgreich zu machen.

Kurz: es hilft Marketing-Entscheidern in der neuen digitalen Welt erfolgreich zu sein.

Oliver Nitz

Setzt sich seit mehr als 10 Jahren intensiv mit neuen Medien auseinander. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung im Business Development bei Telekom Austria und Jet2Web, in den Bereichen Online-Portale, Marketing und Vertrieb - siehe Xing-Profil.
Er schreibt über Social Media, Web 2.0, Customer Experience und Marketing-Ideen.

Paul Blazek

Beschäftigt sich seit Anfang der 90er Jahre intensiv mit Marketingstrategien und Userbedürfnissen bei Kommunikationsprodukten und und hat mehr als 150 Projekte für namhafte Unternehmen realisiert. Er schreibt über die die tägliche Faszination der neuen Medienkanäle.